Laparoskopie vs. LESS-Chirurgie
Die Laparoskopie ist eine minimal-invasive chirurgische Technik, die auch "Schlüsselloch-Chirurgie" genannt wird, da sie über winzige Inzisionen im Abdomen durchgeführt wird. Bei der offenen Chirurgie wird das Abdomen mit einem großen Schnitt geöffnet, der einen ungehinderten Blick auf die Organe bietet. Im Gegensatz dazu wird bei der Laparoskopie ein dünnes Laparoskop in das Abdomen eingeführt, das es dem Chirurgen ermöglicht, die Organe bildlich darzustellen. Dabei wird inhärentes Gas (für gewöhnlich CO2) in das Abdomen gepumpt, um den Bauchraum zu inflatieren und dem Chirurgen einen besseren Blick auf das Operationsfeld zu ermöglichen. In der diagnostischen Laparoskopie wird das Laparoskop eingesetzt, um die anatomischen Gründe für die Krankheit des Patienten zu diagnostizieren bzw. herauszufinden. In der therapeutischen Laparoskopie muss der Chirurg weitere Inzisionen machen, um die Instrumente entlang des Laparoskops einzuführen. Deshalb sind für einen laparoskopischen Eingriff in der Regel 3 bis 5 Inzisionen erforderlich. Während das Laparoskop einen Blick auf das Operationsfeld gewährt, benutzt der Chirurg zusätzliche Handinstrumente zur Durchführung der chirurgischen Prozedur. Nach einer laparoskopischen Prozedur werden die Instrumente entfernt, das Gas abgelassen und die Inzisionen geschlossen – für gewöhnlich mit selbstauflösenden Nähten.
Anwendungen Die Laparoskopie ist für eine Reihe von Anwendungen geeignet. Aufgrund ihrer Vorteile für den Patienten und ihrer Praktikabilität wurde sie zu einem standardisierten Verfahren für verschiedene Indikationen in der allgemeinen Chirurgie, der Urologie und der Gynäkologie.
Vorteile der Laparoskopie gegenüber der offenen Chirurgie Da die Größe des Einschnitts reduziert werden konnte, führt die Laparoskopie zu einer Senkung der Invasivität und Morbidität von chirurgischen Prozeduren und verbessert das kosmetische Ergebnis gegenüber der offenen Chirurgie. Reduzierte Invasivität und Morbidität bedeuten weniger Schmerzen, weniger Komplikationen und ein geringeres Infektionsrisiko, eine deutlich niedrigere Schmerzmedikation, eine schnellere Genesung und eine schnellere Wiedereingliederung in Berufs- und Alltagsleben.

Unterschiede zwischen Laparoskopie und LESS-Chirurgie In der konventionellen Laparoskopie ist ein getrennter Zugang für jedes Instrument erforderlich, was eine Vielzahl von Inzisionen in der Bauchdecke erfordert. Für die LESS-Prozedur ist nur ein Zugang für alle benötigten Instrumente erforderlich. Die Reduzierung der Anzahl der Inzisionen in der Bauchdecke auf nur eine Inzision bedeutet für den Patienten eine kleinere Wunde, weniger Komplikationen, aber vor allem ein wesentlich besseres kosmetisches Ergebnis. Wenn die Inzision im Bauchnabel ausgeführt wird, ist die Narbe nahezu unsichtbar. Die LESS-Chirurgie stellt somit einen weiteren Fortschritt in der Standard-Laparoskopie dar und könnte die Invasivität der Eingriffe sogar noch weiter verringern. |