Geschichte: Von der offenen Chirurgie zur LESS-Chirurgie

Die Geschichte der Chirurgie wurde immer von der Idee beherrscht, die Invasivität und die Morbidität einer Operation zu reduzieren. Narbenfreie Chirurgie war bis vor kurzem ein Traum, denn über einen langen Zeitraum wurden chirurgische Eingriffe als offene Chirurgie mit langen Schnitten durchgeführt. Die Chirurgie war verbunden mit schmerzhaften Inzisionen, längeren Genesungszeiten und zurückbleibenden, sehr großen Narben. Diese Bedingungen wurden in den letzten 25 Jahren verbessert, vor allem durch die Entwicklung von neuen Techniken.

Ein bahnbrechender Fortschritt war in diesem Zusammenhang die Einführung der Laparoskopie in den 80er Jahren – ein minimal-invasiver chirurgischer (MIS) Eingriff. Bei der Laparoskopie führt der Chirurg die Operation mit besonders langen und dünnen chirurgischen Instrumenten aus, die er durch 3 bis 5 winzige Inzisionen (0,5 bis 1,5 cm groß) einführt. Für die Durchführung der chirurgischen Eingriffe benötigt der Chirurg ein Laparoskop, das ihm ein detailliertes Bild vom Bauchraum und von einem oder mehreren Handinstrumenten liefert. Während der chirurgischen Prozedur wird der Bauchraum mit inhärentem Gas (Kohlendioxid) inflatiert, sodass der Chirurg einen besseren Blick auf die Organe hat.

Nach dem Eingriff werden die Instrumente entfernt, das Gas abgelassen und die winzigen Inzisionen geschlossen. Verglichen mit der traditionellen offenen Chirurgie mit ihren langen Schnitten sind bei der Laparoskopie die Zugangspunkte kleiner. Auf diese Weise wird bei der laparoskopischen Chirurgie zwar dasselbe chirurgische Ergebnis erzielt wie bei der offenen Chirurgie, aber das post-operative Wohlbefinden wird verbessert, d.h. die Patienten haben weniger Schmerzen, das Infektionsrisiko sinkt, die Wundheilung verläuft ohne nennenswerte Komplikationen, der Krankenhausaufenthalt ist deutlich kürzer, was eine schnellere Genesung und Wiedereingliederung in den Alltag bedeutet. Schließlich wird mit der Laparoskopie ein besseres kosmetisches Ergebnis erzielt: Verglichen mit der offenen Chirurgie bleiben nur feine Narben zurück. Die Laparoskopie gehört seit ihrer Entdeckung zu den in Kliniken eingesetzten Standardverfahren und ist mittlerweile Routine.
Seit Einführung der Laparoskopie hat sich die MIS ständig weiterentwickelt. Ein großer Fortschritt im Bereich der minimal-invasiven Chirurgie ist nun die Laparo-Endoscopic Single-Site-Chirurgie – kurz LESS-Chirurgie genannt.

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